MPU-Coach oder Verkehrspsychologe – Welche Unterschiede es gibt und was zu beachten ist

Die Auswahl an MPU-Beratungsstellen ist mittlerweile sehr groß. Einige Anbieter versprechen dir die Hilfe von sogenannten MPU-Coaches, um die medizinisch-psychologische Untersuchung zu bestehen. Bei anderen Anbietern stehen dir dagegen Verkehrspsychologen zur Seite. Aber ist das nicht eigentlich das Gleiche? Wir gehen der Frage nach und klären dich auf, worauf du achten solltest, wenn du deine MPU bestehen möchtest.

Was ist ein Verkehrspsychologe?

Wie der Name es schon vermuten lässt, ist ein Verkehrspsychologe eine Person, die ein abgeschlossenes Studium der Psychologie (Master of Science) besitzt. Im Anschluss folgt eine anerkannte Fortbildung zum Verkehrspsychologen. Es handelt sich hierbei nicht um eine eingetragene Berufsbezeichnung, aber um einen Titel, den man offiziell führen darf.

Außerdem haben solche Psychologen praktische Erfahrung auf dem Gebiet der MPU-Beratung, indem sie beispielsweise Weiterbildungen zur Verkehrspsychologie absolviert haben oder bereits als Gutachter bei medizinisch-psychologischen Untersuchungen gearbeitet haben. Viele Verkehrspsychologen wissen also genau, was bei der Begutachtung auf dich wartet, und können die Beratung aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen genau auf deinen Fall anpassen.

Was ist ein MPU-Coach?

Ein MPU-Coach möchte dich beraten und dir bei den Vorbereitungen für deinen MPU-Termin helfen. Allerdings muss so ein Coach keine Nachweise über seine Tauglichkeit vorlegen. Das liegt daran, dass der Begriff des MPU-Coaches keine geschützte Berufsbezeichnung ist. Im Prinzip darf sich jeder so nennen und Beratungskurse anbieten. Es ist also gut möglich, dass jemand, der dich als MPU-Coach berät, nebenberuflich als Verkäufer, Hausmeister oder Grundschullehrer arbeitet.

Für dich kann das problematisch werden, weil das Wissen und damit auch die Qualität der Beratungen von Anbieter zu Anbieter stark schwanken kann. Manche MPU-Trainer haben höchstens ein oder zwei Wochenendkurse besucht, bei denen sie die Grundlagen gelernt haben, um ihre Kunden auf die medizinisch-psychologische Untersuchung vorzubereiten. Andere Coaches haben vielleicht mehr theoretische Erfahrung gesammelt, können dabei nicht mit der praktischen Erfahrung überzeugen. Im schlimmsten Fall bekommst du von einem Coach also nur ein absolutes Minimum an Basis-Wissen vermittelt, was dich dann bei deiner MPU kaum weiterbringt.

MPU-Vorbereitung beim Coach oder beim Psychologen?

Theoretisch steht es dir frei, ob du eine MPU-Vorbereitung machst und ob du dafür zu einem MPU-Coach oder zu einer Beratungsstelle mit einem ausgewiesenen Verkehrspsychologen gehst. Allerdings gelten seit dem Juli 2023 überarbeitete Beratungskriterien für MPU-Stellen, aus denen hervorgeht, dass du in Einzelfällen zu deiner Untersuchung auch einen Nachweis mitbringen musst, dass du ein oder mehrere Seminare bei einer MPU-Beratungsstelle absolviert hast.

Solche Nachweise werden aber eher bei schwereren Verkehrsdelikten angefordert. Wenn es deine erste Begutachtung ist und kein Konsum von Substanzen zum Verlust deines Führerscheins geführt hat, dann ist ein Nachweis einer MPU-Vorbereitung in der Regel nicht notwendig. Sollten allerdings Alkohol oder Drogen in deinem Fall eine Rolle gespielt haben, ist es gut möglich, dass du erst zur medizinisch-psychologischen Untersuchung antreten darfst, wenn du auch nachweisen kannst, dass du bei einer MPU-Beratungsstelle gewesen bist. Auch bei Autofahrern, die schon mehrfach ihren Führerschein abgeben mussten, wird häufig ein Nachweis verlangt.

Sobald du nachweisen musst, dass du die Hilfe einer MPU-Beratungsstelle in Anspruch genommen hast, kann es für dich problematisch werden. Es werden nämlich nur die Kurse von Beratungsstellen anerkannt, bei denen du zusammen mit einem ausgewiesenen Psychologen gearbeitet hast. Wenn du dagegen nur bei einem MPU-Trainer gewesen bist, dann kann es passieren, dass du nicht zur medizinisch-psychologischen Untersuchung darfst.

Unbedingt beachten!

Damit du bei deiner Begutachtung nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wirst, ist es hilfreich zu wissen, welche Beratungsstellen anerkannt sind und wann du lieber auf eine Beratung verzichten solltest.

Es werden nur Nachweise von MPU-Beratungsstellen akzeptiert, wenn die Berater einen oder mehrere der folgenden Abschlüsse besitzen:

  • Diplom-Psychologe
  • M.Sc. Psychologe
  • Fachpsychologe der Verkehrspsychologie

Dabei stellt der Verkehrspsychologe den besten Ansprechpartner dar.

Die meisten anerkannten MPU-Berater zeigen dir auf Wunsch auch die Abschlüsse oder haben sie direkt in ihren Beratungsstellen ausgestellt. Auch wir können dir gerne den entsprechenden Nachweis vorlegen. Wenn eine Beratungsstelle dagegen nur jemanden mit einer dieser Berufsgruppen für dich bereithält, handelt es sich nicht um anerkannte MPU-Berater:

  • MPU-Coach
  • MPU-Trainer
  • MPU-Berater
  • MPU-Experte
  • MPU-Pädagoge
  • MPU-Therapeut
  • MPU-Insider
  • MPU-Vorbereiter
  • Verkehrspädagoge
  • Heilpraktiker / Heilpraktiker für Psychologie
  • Berater für Kraftfahrteignung / Kraftfahrteignungsberater
  • Führerscheinberater
  • Psychologischer Berater

Die Liste ist beliebig erweiterbar, weil die meisten der Berufsbezeichnungen nicht geschützt sind und entsprechend auch neue Wortschöpfungen entstehen können. Aber gerade der psychologische Berater ist irreführend. Er suggeriert, dass die Person eine Ausbildung absolviert hat, die ihn oder sie qualifiziert, dich psychologisch einzuschätzen und zu beraten. Allerdings kann es sich bei der Ausbildung auch um den angesprochenen Online-Wochenend-Kurs gehandelt haben. Darum ist ein psychologischer Berater auch nicht mit einem Psychologen gleichzusetzen.

Weitere Warnsignale

Wenn du nicht allein an der Berufsbezeichnung erkennen kannst, ob du eine seriöse, anerkannte MPU-Beratungsstelle gefunden hast, gibt es noch eine Reihe anderer Dinge, auf die du achten kannst.

Eine Beratungsstelle, die dir bereits bei der ersten Kontaktaufnahme direkt einen Vertrag aufdrängen möchte, sollte dich vorsichtig werden lassen. Bei diesen Anbietern geht es eher um dein Geld als tatsächlich um deine Beratung. Wir als ein seriöser Anbieter werden dir auf Wunsch immer erst ein Angebot zukommen lassen, damit du es mit den Angeboten anderer Beratungsstellen vergleichen kannst. Auch zu gut klingende Erfolgsversprechen sind häufig ein Anzeichen dafür, dass du es mit einer nicht anerkannten Beratungsstelle zu tun hast. Wir können dir weder einen schnellen Abschluss oder eine 100 % Erfolgsquote versprechen und nutzen nicht diese Marketing-Tricks. Jeder Verkehrspsychologe wird dir nämlich sagen, dass es keine Garantie auf einen Erfolg gibt. Du kannst mit der Beratung lediglich deine Chancen verbessern, die medizinisch-psychologische Untersuchung zu bestehen.

Auch das Angebot von reinen Online-Kursen mit Video-Tutorials ist unseriös. Eine medizinisch-psychologische Untersuchung ist immer ein individuelles Verfahren. Es wird an die Gründe angepasst, die zu dem Verlust deines Führerscheins geführt haben. Entsprechend wird ein Psychologe dich auch in einem persönlichen Coaching individuell beraten und mit dir deine Probleme aufarbeiten. Nur rein durch Online-Tutorials kannst du dagegen nur oberflächlich lernen, was du für eine MPU wissen musst. Darum solltest du dir das Geld für diese Kurse lieber sparen und dich stattdessen bei einer anerkannten MPU-Beratungsstelle anmelden, um deine MPU-Erfolgschancen zu verbessern. Also melde dich gerne bei uns, damit wir dich professionell und bestmöglich auf deine MPU vorbereiten können.

Vor allem unseriöse Anbieter verlangen zu Beginn einen Pauschalpreis, der auch mal bei bis zu 2500 -4000 € liegen kann und im Voraus gezahlt werden soll. Da nie abzusehen ist, wie viel Zeit du letztendlich für die Vorbereitung benötigst, ist es immer zu empfehlen einen Anbieter auszuwählen, bei dem du von Sitzung zu Sitzung bezahlen kannst.

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